Kaffeehäuser sind fast so alt wie das Getränk selbst. Mit der Verbreitung des Kaffees entstanden schnell öffentliche Räume, in denen er getrunken werden konnte: die Kaffeehäuser. Die ersten wurden vermutlich bereits im 13. oder 14. Jahrhundert in Mekka eröffnet. Sie sollten eigentlich religiösen Zwecken dienen, entwickelten sich aber schnell zu Orten der Unterhaltung und des Spiels. In den Kaffeehäusern wurden Neuigkeiten ausgetauscht, es wurde gesungen und getanzt. Bald folgten Kaffeehäuser in Aden, Medina und Kairo. Um 1530 hatte sich das anregende Getränk auch in Damaskus mit Kaffeehäusern eingebürgert. Im Jahre 1554 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, eröffnet.
Die ersten europäischen Kaffeehäuser waren zunächst sehr schlicht eingerichtet und relativ schmucklos, dieses lag hauptsächlich daran, dass in der Anfangszeit Gasthäuser einfach ihren Geschäftszweck und Namen änderten und zum Kaffeehaus wurden.
Das erste Kaffeehaus Westeuropas wurde wahrscheinlich 1683 in Venedig eröffnet, manche Quellen sprechen allerdings schon vom Jahr 1645 – sicher ist aber, dass das berühmte Caffè Florian am Markusplatz 1720 seine Pforten öffnete.
In Oxford wurde 1650 das erste Kaffeehaus Englands eingeweiht, London folgte zwei Jahre später. Das bekannteste Kaffeehaus der britischen Hauptstadt gibt es heute noch: Das "Lloyd“ wurde von Edward Lloyd 1688 in der Tower Street eröffnet und zog später in die Lombard Street um.
In der neuen Welt wurden die ersten Kaffeehäuser um 1670 gegründet – zunächst an der Ostküste Nordamerikas, in New York, Philadelphia und Boston, später in jeder größeren Ansiedlung.
Die ersten Kaffeehäuser Österreichs wurden ebenfalls bereits im 17. Jahrhundert gegründet und sehr schnell zu beliebten Treffpunkten. 1804 gab es in Wien bereits 89 Kaffeehäuser, 1819 waren es schon 150 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Zahl auf über 600. In Wien wie in anderen Metropolen entstanden außerdem prächtige in der Gesellschaft bedeutende "Kaffeetempel“. Heute gibt es in der österreichischen Hauptstadt noch bedeutend mehr Kaffeehäuser, wenn man die zahlreichen Café-Restaurants, Café-Konditoreien und Espresso-Bars dazu rechnet.
Wann die ersten Kaffeehäuser in den Niederlanden eröffnet wurden, ist nicht genau bekannt. Doch heute gibt es in ganz Holland zahlreiche so genannte Coffee-Shops, die sich großer Beliebtheit insbesondere bei jungen Menschen erfreuen. Dort wird zwar auch Kaffee und Espresso in allen Varianten ausgeschenkt. Aber die meisten Gäste kommen wohl wegen dem großen Angebot an Haschisch und Marihuana.
Anfang des 19. Jahrhunderts bildeten Grand Cafés in den Grand Hotels, die mit der bürgerlichen Reisewelle entstanden waren das Nonplusultra der Kaffeehäuser. Dieses waren reine Luxuskaffeehäuser, hier wurden die Gäste von bestens ausgebildetem Personal bedient und man hatte gleichzeitig noch zu jeder Tageszeit eine warme Küche. Dieses bedeutete auch das Aus des klassischen Kaffeehauses.
Zitate von Zeitzeugen über Kaffeehäuser:
"Es gibt verschiedene öffentliche Kaffeehäuser, wo man in großen Kesseln Kaffee kocht. Dorthin kann jedermann gehen, ohne Unterschied der Religion und des Standes, und es ist nicht unschicklich, auch wenn es nur zur Unterhaltung ist."
Jean de Thévenot (1633-1667), französischer Orientreisender, Paris 1665
"Das Café ist das Parlament des Volkes."
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller
"Ich konnte immer in ein Café gehen und schreiben und konnte den ganzen Vormittag bei einem Café Crème arbeiten, während die Kellner das Café säuberten und ausfegten und es nach und nach wärmer wurde..."
Ernest Hemingway (1899-1961)
Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac machte sich in seiner Novelle "Massimilla Doni" Gedanken über die soziale und politische Rolle eines Kaffeehauses: "Das Café Florian in Venedig ist ein Advokatensprechzimmer, eine Börse, ein Theaterfoyer, ein Klub, ein Lesekabinett ...Natürlich wimmelt es im Café von politischen Spionen; aber ihre Gegenwart schärft das Genie der Venezianer, dass sie die Jahrhunderte alte ererbte Wachsamkeit nicht vergessen..."
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