Was ist eigentlich ein Espresso
Das im Deutschen verwendete italienische Lehnwort Espresso leitet sich von der vollständigen italienischen Bezeichnung caffè Espresso ab. Der Begriff leitet sich von it. Espresso ab, PPP des italienischen Verbs esprimere (= ausdrücken: Gefühl, Meinung, Bedeutung, Form, Übersetzung, allgemein) und Adjektiv, mit dem ein explizit (ausdrücklich) für den Gast zubereitetes Gericht bezeichnet wurde, also ein Ausdruck aus den Anfängen des Getränks, als es nur in Bars ausgeschenkt wurde.
Espresso bedeutet eine Art italienische Lebenskunst. Eine Art Gefühl und Leidenschaft. Espresso ist nicht mal eben schnell gemacht. Espresso wird zelebriert.
Den richtigen Espresso zu Hause oder im Büro herzustellen, kann man bald als eine Art Hobby betrachten. Es muss probiert, gemahlen und getampt werden was das Zeug um die richtige Extraktion zu erreichen. Und das jeden Tag aufs Neue. Den Luftfeuchtigkeit und Bohnenalter zwingen den privaten-Barista dazu, sein Equipment nachzujustieren z.B. durch eine leicht feinere Mahlung der Bohnen.
Vollendeter Espresso hat ein reiches Aroma, das seine geschmacklichen Noten nach und nach preisgibt und ein ausgewogenes Geschmackserlebnis von bitteren und süßen Komponenten liefert. Der volle Körper hinterlässt im Mund einen samtig weichen Geschmack.
Das Geheimnis der Zubereitung eines perfekten Espressos liegt in einer Mischung aus Kunst und Wissenschaft und basiert auf vier Grundelementen: Mischung, Mühle, Maschine und „Mano“, die Hand des Anwenders
Es gibt etliche Espresso bzw. Kaffeemischungen von den verschiedensten Röstern. Warum gibt es so viele Röstungen werden wir oft gefragt. Ganz einfach.
Bohnenqualität
Jede Kaffeebohne aus den verschiedenen Anbauländern werden in verschiedenen Bohnenqualitäten auf dem Weltmarkt angeboten. So steht z.B. die Bezeichnung „AAA“ für beste Qualität und „D“ für schlechte Qualität. So variieren die Preise der Rohware der gleichen Sorte oftmals zwischen 0,70 € und 4,50 € das Kilo (Exoten ausgenommen).
Geschmack
Jede Kaffeebohne bzw. Sorte hat je nach Anbaugebiet, Bohnenqualität, Aufbereitung usw. einen eigenen Geschmack. So kann eine Kaffeebohne in einer Espressomischung aus dem gleichen Anbauland durch unterschiedliche Regionen / Bodenverhältnisse, einmal für die Bittertöne und einmal für die Crema zuständig sein.
Mischung / Röstung
Der jeweilige Röster hat einen gewissen Geschmack auf der Zunge wie seine Espressomischung schmecken bzw. aussehen soll. Anhand der geschmacksmerkmale der jeweiligen Bohnen, einer getrennten Langzeitröstung um das jeweilige Aroma jeder Sorte ideal hervorzuheben. Anders als bei Industrieröstungen z.B., wird der Geschmack durch die Bohnen und Röstung beeinflusst und nicht schock erhitzt und mit Zusatzstoffen versehen.
Mischungsverhältniss
Nun werden die ausgewählten und gerösteten Bohnen (z.B. 8 verschiedene Bohnensorten) in einem gewissen Mischungsverhältniss vermischt. Also beispielsweise 50% Bohne A 10 % Bohne B usw.
Schmeckt die Mischung zu bitter, so wird die Bohnensorte (die für die Bitterstoffe verantwortlich ist) reduziert und durch eine schokoladigere Bohnensorte z.B. ergänzt.
Der Mahlgrad des Kaffees und die Mühle, mit der die Kaffeebohnen gemahlen werden, spielen bei der Zubereitung eines perfekten Espressos eine große Rolle. Die Mühle zerkleinert die Kaffeebohnen zu feinem Kaffeemehl, so dass das heiße Wasser auf eine größere Oberfläche trifft. Dies begünstigt die Freisetzung von wasserlöslichen Substanzen im Kaffee.
Das Herzstück der Mühle ist das Mahlwerk. Der Mahlgrad des Kaffees (von fein bis grobkörnig) hängt von der Einstellung des Mahlwerkes ab. Die Mahlscheiben können flach oder konisch geformt sein. Welche Form die geeignete ist, hängt von der Kaffeemenge ab, die eine Kaffeebar ausschenkt. Konische Mahlscheiben haben eine höhere Lebensdauer.
Der Mahlgrad ist wesentlich für das Gelingen des Espressos. Die Festlegung des perfekten Mahlgrads, erfordert viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung.
Ein Merkmal für den gut gewählten Mahlgrad ist die Extraktionszeit, die bei 25 bis 30 Sekunden liegen sollte. Läuft das Wasser schneller durch, ist der Mahlgrad zu grob. Läuft das Wasser langsamer durch, ist die Mahlung zu fein.
Für einen exzellenten Espresso braucht es sieben Gramm gemahlenen Espresso. Die Vordosierung der Mühlen sollte daher genau auf diese Menge eingestellt werden, um die Kaffeemenge stets konstant zu halten.
Die Espressomaschine liefert die benötigten Grundvoraussetzungen für einen Espresso oder Kaffee.
Sie erhitzt das Wasser zur Extraktion auf ca. 90° - 95° und baut mittels verbauter Pumpe den gewünschten bzw. benötigten Druck auf. Der ideale Pumpendruck liegt zwischen 9,5 -12 Bar. Abhängig von Maschine und verbauter Pumpe. Diese Kräfte sorgen dafür, dass das Wasser durch das Kaffeemehl gepresst und somit extrahiert wird.
Durch die Extraktion werden die löslichen Substanzen, die für den Körper und das Aroma des Espressos verantwortlich sind gelöst.
Die gewählte Mischung, Mahlung und Espressomaschine tragen zu gut 50% zur Zubereitung eine perfekten Cafés oder Espresso bei.
Doch selbst in einer hochautomatisierten Zeit hängen die entscheidenden restlichen 50% an dem Anwender selber. Er ist für saubere befüllung des siebträgers zuständig und entscheidet über die Menge des Kaffeemehls und den richtigen manuellen Anpressdruck (Tampen). Nur so gelingt ein vollendeter Espresso.
Damit die Freude am perfekten Espresso und dem vorliegenden Equipment lange wärt, muss der stolze Besitzer seine Utensilien insbesondere Espressomaschine täglich reinigen. Nur so wird verhindert, dass sich Kaffeeöle und –mehl festsetzen und für einen ranzigen Geschmack sorgen. Auch hat dies eine erhebliche Auswirkungen auf die Langlebigkeit der einzelnen Gegenstände.