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Kaffee aus Brasilien

Mittwoch, 29. April 2009

brasilien flagge Kaffee aus Brasilien

Unsere Reise startet in Brasilien, dem größten Kaffeeproduzenten der Welt. Hier werden ca. 15-28 Millionen Säcke a 60 Kilogramm produziert. In Brasilien wachsen sowohl Arabica als auch Robusta (Conilon) Bohnen, dieses liegt an den verschiedenen Höhenlagen des Landes. Die Bohnen werden hier in Höhen von 200-1000 Metern über dem Meeresspiegel angebaut. Die Ernteperiode für den Kaffee in Brasilien liegt zwischen den Monaten Juni und August, hier erreichen die Kaffeefrüchte ihre wunderbare rote Farbe.

Dem Kaffee aus Brasilien wird nachgesagt, dass er Partien mit ausgeprägtem Gleichgewicht und Körper (vor allem die Sorte Arabica) hat. Der Kaffee ist würzig, leicht süßlich und insgesamt rund und damit gut geeignet als Basis von Mischungen. Bei einer guten Reife der Kaffeebohnen treten hier besonders blumige Noten hervor. Doch gibt es hier auch Partien mit ausgeprägten „Riato“-Noten, diese Bezeichnung einer negativen Eigenschaft des Kaffees kommt aus dem brasilianischen.

Hauptanbaugebiete in Brasilien sind Mogiana, Sul Minas, Cerrado, Bahia und Rios.

Die bekanntesten Sorten die in Brasilien wachsen sind Brasilien Lagoa, Brasilien Santos, Brasilien Bourbon und der Brasilien Conilon.

Doch das Land hat nicht nur Kaffee zu bieten, sondern ist durch viel mehr bekannt geworden. Brasilien ist das größte Land Südamerikas und beheimatet im Moment ca. 189 Millionen Einwohner. Das Land wurde nach dem damals in Europa sehr beliebten Brasilholz benannt, dieses steht heute jedoch leider kurz vor dem Aussterben.

Die Landschaft Brasiliens ist geprägt von ausgedehnten Regenwäldern im Norden und Hochebenen und Gebirgen im Süden des Landes. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in der Nähe der Atlantikküste, hier befinden sich auch fast alle Großstädte, wie Sao Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Porto Alegre oder Recife. Die Ausnahme bildet die Hauptstadt Brasilia, die im Herzen Brasiliens liegt. Brasilia wurde in den 1960er Jahren innerhalb von nur drei Jahren erbaut. Hierbei handelt es sich um eine klassische Planhauptstadt. 70% der brasilianischen Bevölkerung lebt in den Großstädten.

Neben den Städten gibt es in Brasilien aber auch noch andere landschaftliche Highlights. So zum Beispiel den höchsten Berg Brasiliens, den Pico da Neblina mit 2.994 Metern. Der bekannteste Berg Brasiliens ist jedoch der Corcovado an dessen Fuße die Stadt Rio de Janeiro liegt. Der Berg bietet mit seinen 710 Metern einen spektakulären Blick über die Stadt und auf seinem Gipfel thront die 30 Meter hohe Erlöser-Statue, die weltweit bekannt ist.

Der wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, der mit 6.448 km auch der längste Fluss der Erde ist. Er entspringt in Peru und fließt quer durch Brasilien, um dann in den Atlantik zu münden. Neben dem Amazonas hat Brasilien noch eine der größten Lagunen die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre mit einer Größe von 10.000 km².

Zu Brasilien gehört auch, was kaum jemand weiß, die größte Flussinsel der Welt, die Insel Marajó. Um einen Vergleich zu ziehen, die Insel hat eine Größe von 48.000 km² und ist damit größer als die Schweiz.

Auch bei Flora und Fauna braucht sich Brasilien nicht zu verstecken, denn Brasilien ist das artenreichste Land der Welt. So wurden hier bis jetzt rund 3.000 Wirbeltiere, 3.000 Süßwasserfische, 55.000 Blütenpflanzen, 517 Amphibien und 51 Primatenarten entdeckt. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Auch der Regenwald verkleinert sich stetig. Durch Abholzung und Brandrodung verkleinerte sich die Fläche von etwa 60% der Landesfläche zur Kolonialzeit auf heute nur noch ein Drittel davon.

Die Bevölkerung Brasiliens setzt sich aus vier Bevölkerungsgruppen zusammen. Da wären zum einen die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten, zum anderen die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden, desweiteren Immigrantengruppen aus Europa und Asien, sowie die einheimischen Volksgruppen.

Auf Grund des kolonialen Hintergrundes ist in Brasilien die Amtssprache portugiesisch, diese wird auch von 97% der Bevölkerung als Muttersprache genutzt. Brasilien ist im Übrigen das einzige Land in Amerika in dem portugiesisch gesprochen wird.

Durch die Kolonialzeit hat ein Großteil der Bevölkerung einen katholischen Glauben, so gehören 73,6% zur römisch-katholischen Kirche, 15,4% haben einen protestantischen Glauben, 7,4% haben keine Religionsangehörigkeit und 1,3% sind Anhänger des Spiritismus, 0,3% bekannten sich zu afro-brasilianischen Religionen.

Für die Brasilianer spielt Musik eine wichtige Rolle, diese ist von Einflüssen aus portugiesischen, afrikanischen und indigenen Musiktraditionen beeinflusst worden. Die wohl bekannteste brasilianische Musikform ist der Samba. Er entstand aus der Musik der afrikanisch stämmigen Bevölkerungsanteile und ist sehr rhythmuslastig. Populär wurde der Samba durch den jährlichen Karneval in Rio. Dort präsentieren sich die größten und renommiertesten Sambaschulen in riesigen Paraden im Wettstreit um den Titel der „besten Sambaschule Brasiliens“.

Wichtiger als die Musik ist den Brasilianern nur der Sport. Der National- und Volkssport des Landes ist Fußball. Die brasilianische Nationalmannschaft ist fünfmaliger Weltmeister und achtfacher Sieger der Copa America. Für viele Kinder und Jugendliche in den Favelas ist Fußball die einzige Chance, der Armut zu entgehen. Dieses ist mit ein Grund dafür, warum der brasilianische Nachwuchs in regelmäßigen Abständen große Talente hervorbringt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen das Land und die Leute etwas näher bringen und hoffe, dass Sie mir nächste Woche folgen, wenn unser Reiseziel „Äthiopien“ heißt.

athiopien flagge 150x150 Kaffee aus Brasilien


 
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